5_tau

Spiritualität

Die im Mittelalter aufbrechende Suche vieler Frauen nach Gott, die manche bis zu mystischen Tiefen ihrer Christuserfahrung führte, ließ in Augsburg eine kleine „Sammlung“ entstehen, das „Gotteshaus zum Stern“. Es besteht kontinuierlich seit 1258.

Gottvertrauen und das Festhalten an der Gemeinschaft trugen auch über lebensbedrohliche Phasen der Geschichte hinweg. Die Erfahrung, dass am scheinbaren Nullpunkt immer wieder ein unerwarteter Neuanfang geschenkt wurde, gibt uns bis heute Mut und Gelassenheit.

Der Name „zum Stern“ enthält ein Programm. Schon sehr früh wurde Maria unter dem Titel „Meeresstern“ verehrt; sie nimmt einen hohen Rang in unserer Frömmigkeit ein.

80_spiritualitaet1_a

Das Klostersiegel von 1588 zeigt die Anbetung der drei Weisen und den sechsstrahligen Stern. Ausgehend vom Fest der Erscheinung des Herrn definieren wir: „Unser Stern ist Jesus Christus, das Licht der Völker und der ganzen Welt.“ Christus ist uns aufgeleuchtet - diese Erfahrung wollen wir missionarisch weitergeben, heute auch in Afrika und Lateinamerika.

Die Sternkirche steht allen offen zur Ewigen Anbetung, als Zeichen für den Vorrang Gottes, als ein Akzent der Stille und Sammlung im Zentrum der Stadt, als ein Ort des Gebetes.

Unser ideeller Gründer ist Franziskus von Assisi; wir gehören dem Regulierten Dritten Orden an. Das bedeutet, dass das Apostolat und die Dienste in Kirche und Gesellschaft wesentlich zu unserer gemeinsamen Sendung gehören.
Unverzichtbar ist auch die kontemplative Dimension.

„Ich, der ganz kleine Bruder Franziskus, will dem Leben und der Armut unseres höchsten Herrn Jesus Christus nachfolgen.“
Diese Ursprungsidee soll in uns Gestalt annehmen:
• In einem einfachen und entschiedenen Leben in der Nachfolge des armen Jesus, der voll verfügbar war für den Willen des Vaters. Aus seiner Lebensform erwachsen die Gelübde der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams.
• Im Lesen, Meditieren und Befolgen von Gottes Wort im Evangelium
• In der Feier der Liturgie und in einem lebendigen Miteinander der Gemeinschaft
• In der Nähe zu den Menschen, denen wir durch unser Gebet und unser Zeugnis Stütze sein wollen auf dem gemeinsamen Weg des Suchens und Findens
• In universeller Geschwisterlichkeit,
• Im Einsatz für den Frieden und in der Sorge um die bedrohte Schöpfung.

Beim Bemühen um eine Wieder-Gründung aus unserem Charisma greifen wir gerne die Impulse franziskanisch inspirierter Frauen auf, um wie Klara oder Elisabeth kreativ in der Nachfolge Jesu zu leben.